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Wie junge Startups die Corona-Krise durchleben

So hat sich wohl kein Start-up-Gründer die Zukunft vorgestellt: Krisenmodus statt Aufbruchstimmung, und das global. Corona! Bei einigen ist die Geschäftsgrundlage aufgrund von Reisebeschränkungen oder geschlossener Gastronomie komplett weggebrochen. Andere leiden, weil abgesagte Messen ihnen die Chance genommen haben, sich zu präsentieren und weil das Geld von Kunden und Investoren zäher fließt. Wie können sich Start-ups nun helfen?

Hart getroffen. Reise- und Tourismusbranche

Es gibt nicht “das” Start-up – alle haben ihr individuelles Businessmodell, sind in verschiedenen Phasen ihres Geschäftsaufbaus und entsprechend unterschiedlich finanziell abgesichert. Und so sind sie auch von der Corona-Krise nicht alle in gleicher Weise betroffen. Doch ganze Branchen sind komplett zum Stehen gekommen: Der Urlaub lässt sich eben nicht ersatzweise streamen. Reise und Tourismus sowie Live-Veranstaltungen mit zahlendem Publikum werden auf absehbare Zeit nicht in derselben Form und im selben Umfang stattfinden wie zuvor. Und alle Servicedienstleistungen darum herum werden mit in das Loch gezogen. Die bekanntesten Beispiele dafür sind Getyourguide oder Flixbus.

Glück gehabt: zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Doch es gibt auch solche, die profitieren, weil ihr Angebot nun zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist – und das sind nicht nur US-Riesen mit Streaming-Plattformen oder Videokonferenz-Technologie. Die Schulschließungen sorgten beispielsweise für einen Ansturm auf die Berliner Online-Lernplattform Sofatutor oder Lieferdienste wie Frischepost. Diese haben nun die Chance, zu zeigen, was sie taugen, und diesen Schub mit in eine Zeit zu retten, in der Schüler wieder Lehrer im Klassenzimmer treffen und Einkaufen nicht mehr als Gesundheitsrisiko angesehen wird.

Wenn das Geld nicht mehr fließt

Geschäftsmodell betroffen sind. Sie haben weniger Möglichkeiten sich zu präsentieren und neue Kunden zu gewinnen. Investoren sind weniger risikobereit. Verbraucher haben ihr Konsumverhalten verändert. Die Voraussetzungen des Businessplans lösen sich in Luft auf. Dazu kommt, dass man Geschäftspartner, Kollegen und Mitarbeiter vielleicht nur noch im Videochat sieht. Es hängt nun an den Gründern und Führungskräften, zu entscheiden, mit welchen Maßnahmen das Unternehmen hoffentlich durch die Krise kommt.

Fünf Tipps für Start-ups in der Corona-Krise:

  1. Überblick ist alles. Analysiert Eure Lage ehrlich. Behaltet die Entwicklung des Marktes, auf den Ihr abzielt, im Auge. Wann muss spätestens welche Entscheidung getroffen werden?
  2. Nutzt die Beratungsangebote, die es nun in verschiedenen Formen gibt. So kann man auch online bei Haufe Verlag viele nützliche Informationen finden.
  3. Die Nachfrage hat sich durch die Corona-Krise massiv verändert. Kann Euer Start-up darauf reagieren und so aus dem Schlechten noch etwas Gutes herausholen? Welche Aktivitäten müsst Ihr komplett einstellen, weil es den Markt dafür auf absehbare Zeit nicht geben wird?
  4. Entlassungen oder nicht? Wer noch genug finanziellen Spielraum hat, kann mit Kurzarbeitergeld wichtige Mitarbeiter halten. Kommt gar nichts mehr herein, hilft das aber nicht weiter. Dann solltet Ihr die Kündigungen nicht hinauszögern.
  5. Kommuniziert mit Partnern und Mitarbeitern deutlich und transparent, damit trotz Home Office alle gut informiert sind. Gemeinsam findet man besser Lösungen.

Finanzielle Hilfen vom Staat

Der Staat hat einige Mittel bereitgestellt, um Betrieben zu helfen. Was für wen infrage kommt, hängt davon ab, in welcher Phase sich das Start-up befindet und wie viele Mitarbeiter es gibt.

Nur wer sich bewegt, bleibt

Fazit: Wenn Ihr nicht gerade zu denen gehört, die jetzt gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, müsst Ihr reagieren – und das besser früher als später. Wartet nicht darauf, dass es irgendwann alles wieder sein wird wie vorher, sondern richtet Euch soweit möglich auf einen real existierenden Markt ein. Könnt Ihr irgendwann auf euren ursprünglichen Plan zurückgreifen – umso besser!