Flattr – the easiest way to support creators

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Mit Flattr scheint es endlich auf einfachem Wege möglich geworden zu sein, Medienanbieter im Internet aktiv durch Geldbeträge zu unterstützen. Doch was bedeutet das eigentlich genau? Was bietet Flattr seinen Nutzern?

Flattr ist ein Social-Payment-Service, der im März 2010 von Peter Sunde in Schweden gegründet wurde und nun von Linus Olsson geleitet wird. Der Name des Unternehmens setzt sich aus den englischen Begriffen flatrate (Pauschalgebühr) und to flatter (jmd. schmeicheln) zusammen. Internetnutzer können sich kostenlos bei Flattr registrieren und ein Guthabenkonto einrichten, das sie beliebig mit Geldbeträgen füllen können. Derzeit muss ein Betrag von mindestens zwei Euro pro Monat auf das Konto eingetragen werden. Von diesem persönlichen Konto gehen dann monatlich Spenden an Medienanbieter, die der Nutzer selbst bestimmen kann. 10 % dieser Spenden gehen dabei an Flattr direkt, die restlichen 90 % demnach an die unterstützten Medienanbieter.

“I like Likes but a Flattr makes me blush and feel proud of my work. That is a feeling worth giving to someone you appreciate for whatever reason.” – Helen Alfvegren

Wie genau funktioniert das Konzept von Flattr?

Das Konzept von Flattr lässt sich in sechs verschiedenen Schritten erklären:

1. Flattr-Account einrichten

Ob nun Einzelperson, Unternehmen oder Organisation – jeder kann Flattr nutzen und dadurch Geld spenden oder erhalten. Auf der Webseite flattr.com kann man sich ganz einfach und kostenlos ein Nutzerkonto einrichten. Und los geht‘s mit dem „flattrn“!

2. Geldbetrag auswählen

Du selbst entscheidest, wie viel Geld du für den Monat einzahlen möchtest. Dabei ist es jederzeit möglich, das Budget zu ändern. Der Betrag wird am Ende des Monats auf die Anzahl deiner Klicks, mit denen du Medienanbieter unterstützt hast, aufgeteilt. So kannst du frei entscheiden, wie viel Geld welchem Anbieter zugute kommen soll.

3. Geld zu deinem Account hinzufügen

Mithilfe von PayPal oder einer Kredit- sowie Debitkarte überweist du deinen ausgewählten Betrag auf dein Nutzerkonto. Dabei gilt der Euro als Basiswährung, wobei andere Währungen automatisch von Flattr umgerechnet werden können.

4. „Flattrn“

Jedes Mal, wenn du einen Inhalt im Internet liest, siehst oder hörst, der dir gefällt und mit dem grünen Flattr-Button ausgestattet ist, kannst du durch Klicken auf den Button „flattrn“ und so den Anbieter durch dein Geld unterstützen. Dabei kannst du in einem Monat so oft „flattrn“, wie du nur möchtest, da dein Budget nicht endet, sondern sich lediglich auf die Anzahl deiner Klicks verteilt. YouTube, Instagram, Soundcloud und flickr sind nur einige der Webseiten, die mit Flattr arbeiten.

5. Aufteilung deines Budgets

Am Ende jeden Monats teilt Flattr automatisch dein Budget für dich auf alle Inhalte auf, die du „geflattred“ hast. Ein Beispiel zur besseren Vorstellung: Wenn du in einem Monat 25 mal den Flattr-Button geklickt hast, wird dein Budget in 25 Teile aufgeteilt. Das bedeutet bei einem Budget von 10 Euro einen Anteil von 40 Cent für jeden unterstützten Inhalt.
Wird innerhalb eines Monats nur ein einziger Beitrag „geflattred“, erhält der Anbieter dieses Beitrags das gesamte Geld, das du als Nutzer für den Monat eingezahlt hat. Solltest du den Inhalt eines Anbieters „geflattrd“ haben, der noch keinen Flattr-Account besitzt, wird das Geld gespeichert und diesem zugute geschrieben, sobald er sich ein Nutzerkonto einrichtet.

6. Medienanbieter erhalten dein Geld

Am 10. Tag des folgenden Monats erhalten die Anbieter, die du durch das „Flattrn“ unterstützt hast, das Geld. Diese können das Geld dann dafür nutzen, ihre Inhalte noch zu verbessern oder Neues hochzuladen, das du dir dann ansehen oder anhören kannst! Solltest du selbst als Medienanbieter agieren, erhältst du ebenfalls dein Geld, das du dir durch gute Artikel, Fotos etc. verdient hast, am 10. Tag des Folgemonats. Einziger Nachteil hier: Beim Abheben deines Geldes wird eine kleine Gebühr vom Zahlungsanbieter erhoben, die sich leider nicht umgehen lässt.

Fazit: Flattr als eine Win-Win-Situation?

Meiner Meinung nach ist Flattr ein gut durchdachtes Konzept, das auf einfachem Wege dazu dient, talentierte oder interessante Medienanbieter durch Spenden zu unterstützen. Es scheint zudem eine Win-Win-Situation hervorzurufen, da sowohl der Anbieter durch die erhaltenen Geldbeträge als auch der Spender durch die daraus folgenden neuen Inhalte davon profitiert.
Der einzige Nachteil für mich: Nicht registrierte Flattr-Nutzer erhalten das Geld erst, wenn sie sich einen Account eingerichtet haben. Doch es besteht ja durchaus die Möglichkeit, dass sie sich nie ein Konto erstellen. Das Geld würde dann nie zum Einsatz kommen. Vielleicht sollte Flattr an der Möglichkeit arbeiten, dass dieses Geld nach einem bestimmten Zeitraum wieder an den Spender zurückgeht, damit es anders genutzt werden kann. Ansonsten: Ein tolles Konzept, das gute Inhalte im Netz konkret unterstützt!

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Informationen zum Autor

Annika Bieber

Annika Bieber

Annika ist Redakteurin bei Startstories. Zurzeit studiert sie Kulturwissenschaften (B.A.) an der Leuphana Universität Lüneburg.

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