Talentcube: Die Video-Revolution für Job Bewerbungen

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Bewerbungen für Jobs oder Praktika laufen immer nach einem identischen Verfahren ab. Dabei können sich Unternehmen gar kein Bild von einem Bewerber machen, wenn sie immer nur die gleichen Standard-Anschreiben und Lebensläufe bekommen. Das muss auch anders gehen, dachten sich die Macher von Talentcube. Mit einer simplen Idee sind sie gerade dabei, den Bewerbungsprozess zu revolutionieren. Auch in der Höhle der Löwen wurde man hellhörig.

Den Job per Video klarmachen: Endlich neue Wege im Bewerbungsprozess

Wenn du schon ein paar Bewerbungen in deinem Leben geschrieben hast, dann kennst du den Prozess zur Genüge: Stellenausschreibung finden, Anschreiben anpassen, Lebenslauf und Anhänge hinzufügen und fertig. Im Anschluss wartest du dann auf eine Antwort deines potentiellen Arbeitgebers. Aber denkst du wirklich, dass dieser sich ein gutes Bild von dir anhand deiner Bewerbung machen kann? Wahrscheinlich eher nicht. Vor allem, wenn neben deiner noch 837 weitere Bewerbungen für den Job vorliegen. Wie könnte man den ganzen Prozess also sinnvoller gestalten?

Genau hier setzt die Idee von Talentcube an. Anstatt die gleichen Unterlagen wie bei einer Bewerbung vor hundert Jahren einzureichen, erstellst du ein kurzes Video. So hast du ganz einfach die Chance, dich persönlich vorzustellen und von der Konkurrenz abzuheben. Innerhalb von kurzer Zeit bekommt dein Arbeitgeber ein viel besseres Bild von dir. Ergänzt wird deine Bewerbung durch Lebenslauf und Anlagen.

Damit Unternehmen einen Einblick in die Problemlösungskompetenz der Bewerber bekommen, können sie drei Fragen hinterlegen, die spontan im Video beantwortet werden. Diese Fragen sind dem Bewerber zuvor nicht bekannt. Der ganze Prozess kann dabei über das Smartphone abgewickelt werden. Daten für den Lebenslauf können zum Beispiel von Xing oder Linkedin importiert werden.

Der Weg von Talentcube

Gegründet wurde Talentcube von Hendrik Seiler, Sebastian Niewöhner und Sebastian Hust im Jahr 2015, während diese noch dabei waren, ihr Studium abzuschließen. Das Ziel: Den Grundgedanken “Mobile First” endlich auch auf den deutschen Bewerbungsmarkt zu bringen. So hatte sich das Smartphone als ständiger Begleiter in vielen Lebenslagen schon längst durchgesetzt. Für eine Jobbewerbung war es aber noch immer ungeeignet. Talentcube ist angetreten, um genau das zu ändern.

Auf die Idee kam man während des Schreibens der Masterarbeit zum Thema “Mobile Recruiting”. Viele User nutzten das Smartphone zu dieser Zeit bereits, um nach einer Jobausschreibung zu suchen. Es war allerdings noch nicht möglich, auch tatsächlich die komplette Bewerbung am Smartphone durchzuführen.

Gegründet wurde Talentcube in Esslingen, aber schon kurze Zeit später entschloss man sich zu einem Umzug nach München. Die Idee konnte sich schnell bei vielen Arbeitgebern durchsetzen, dazu gehören auch große Konzerne wie Allianz und IBM. Diese nutzen Talentcube auf der Suche nach neuen Bewerbern. Es ist allerdings auch möglich, als Jobbewerber selbst ein Profil zu erstellen, und dieses einem Arbeitgeber zukommen zu lassen, der Talentcube selbst noch nicht nutzt.

Im Jahr 2017 war man in der Höhle der Löwen zu Gast. Das Angebot der Gründer: 400.000 Euro für eine Beteiligung an Talentcube in Höhe von 20 Prozent. Dabei gelang es, Carsten Maschmeyer zu einem Investment zu bewegen.

Talentcube ist als Abo-Modell im B2B Markt tätig. Man verkauft den eigenen Service also an Geschäftskunden. Dadurch sind pro Auftrag wesentlich höhere Preise möglich als im herkömmlichen B2C-Markt.

Im Moment plant man noch nicht, in andere Länder zu expandieren. Dieser Schritt soll aber in den nächsten Jahren erfolgen. Grundlage hierfür ist die gute Skalierbarkeit des Geschäftsmodells.

Fazit: Talentcube und neue Wege der Bewerbung

Tatsächlich hat es Talentcube geschafft, Bewegung in den konservativen Markt der Jobbewerbung zu bringen und das Smartphone als nützliches Tool zu etablieren. Dabei hat man den Prozess nicht einfach nur modernisiert, sondern tatsächlich verbessert: Durch die Antworten eines Bewerbers im Video auf spontan gestellte Fragen erhält der Personaler bereits Eindrücke, die zuvor erst im Vorstellungsgespräch gesammelt werden konnten. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen.

Die Tendenz, auch in Deutschland den Bewerbungsprozess zu anonymisieren, läuft der Grundidee von Talentcube natürlich vollständig entgegen. Diese Entwicklung sollte man auf jeden Fall im Auge behalten. Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass Videobewerbungen, wenn sie sich einmal durchgesetzt haben, wieder vom Markt verschwinden. Talentcube hat hier sehr gut Chancen, sich auch langfristig zu etablieren.

Informationen zum Autor

Hannes Jarisch

Hannes ist Redakteur bei Startstories. Seine Brötchen verdient er als Online Entrepreneur und Blogger. Er besitzt einen Master in BWL und einen Bachelor in Politikwissenschaft.

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