Mit Everdine gefrorenes und gesundes Essen nach Hause geliefert bekommen

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Mit Everdine gefrorenes und gesundes Essen nach Hause geliefert bekommen

Du denkst bei Tiefkühlessen zuerst an Pizza und ungesunde Fertiggerichte? Dann bist du bei Everdine falsch. Hier sollen gesunde Menüs tiefgefroren zu dir nach Hause geliefert werden. Ob es dabei ein gutes Zeichen für das Startup ist, zur Rocket Internet Familie zu gehören?

Lieferdienste gibt es nicht nur unglaublich zahlreich, sondern auch schon sehr lange. Da überrascht es schon, wie viele Innovationen durch Startups in letzter Zeit auf diesem Markt in die Wege geleitet worden. Das Startup Everdine versucht dabei aktuell, auf dem britischen Markt mit Tiefkühlkost zu punkten.

Das Geschäftsmodell von Everdine

Everdine möchte gesunde und abwechslungsreiche Mahlzeiten anbieten, die ganz einfach in der Mikrowelle erhitzt werden können. Wer nicht gleich Hunger hat, kann die Sachen auch eine Zeitlang im Tiefkühlfach aufbewahren. Die Gerichte stammen dabei von einem Sternekoch und kommen ohne Zusatzstoffe aus.

Viele Eigenschaften des Geschäftsmodells sind dabei auch bei anderen Food Startups zu finden. So setzt auch Everdine auf ein Abomodell. Du wählst dein gewünschtes Essen einfach online aus und wartest dann auf die Lieferung. Dabei kannst du festlegen, ob du in einem Paket acht oder zwölf Gerichte bekommen möchtest. Und das Ganze wird natürlich hübsch und ansprechend verpackt.

Als Zielgruppe hat man also auf den ersten Blick den jungen Großstädter identifiziert, dessen Zeit knapp ist, und der trotzdem nicht auf gesundes und ansprechendes Essen verzichten möchte. Everdine selbst ist aber nach Aussage von Gründer Andres Jaegle gerade erst dabei, die eigene Zielgruppe zu ergründen. So könne man auch ältere Menschen oder Familien zu potentiellen Everdine Kunden zählen.

Dabei gibt es bei der Lieferung von tiefgefrorenen Lebensmitteln einige besondere logistische Herausforderungen. Die Pakete kommen immer an einem Samstagvormittag. Sollte ein Kunde dann nicht anzutreffen sein, hinterlässt der Paketbote die Lieferung entweder an einer zuvor festgelegten Stelle oder aber an einem Platz, den er für geeignet hält. Das könnte gerade in der Stadt zu Problemen führen. Gut gekühlt ist das Paket dabei bis zum Ende des gleichen Tages.

Die Konkurrenz für Everdine

Die Idee von Everdine ist nicht wirklich revolutionär. Trotzdem könnte dem Startup eine Positionierung in einer Marktnische gelingen, denn „gesund“ und „schnell“ ist eine gute Kombination für ein Food Startup. Eine Konkurrenz auf dem britischen Markt ist dabei Cook, die ebenfalls ansprechendes Tiefkühlessen nach Hause liefern und zusätzlich noch den Vorteil haben, über eigene Stores zu verfügen, in denen du die Mahlzeiten auch einfach abholen kannst. Wenn du schon einmal Ärger mit deinem Paketboten hattest, dann weißt du das sicherlich zu schätzen. International bietet freshly in New York ein ähnliches Konzept wie Everdine an.

Die bisherige Entwicklung von Everdine

Gegründet wurde Everdine von Andreas Jaegle und seinem Team in London. Andreas ist aktuell noch bei Rocket und soll zuvor an Foodora mitgearbeitet haben. Das erste Geld von Everdine stammt dann auch von Rocket. Zusätzlich konnten mit Tengelmann und auch Holtzbrinck weitere Investoren gewonnen werden, die auch schon bei anderen Rocket Ventures aktiv waren.

Rocket hat dabei in letzter Zeit nicht unbedingt gute Erfahrungen mit Food Startups gemacht. So wurde beispielsweise Bonativo, ein Lieferdienst für regionale Lebensmittel, gestoppt. Auch EatFirst, welches fertige Gerichte auslieferte, wurde in Berlin eingestellt. In Großbritannien ist man allerdings noch aktiv und steht damit auch teilweise in Konkurrenz zu Everdine. Beide Startups betonen allerdings, dass man den jeweils anderen nicht als direkte Konkurrenz sieht.

Gerade in London hat Everdine den Vorteil, dass die Preise für ein Restaurant oder auch ein Bistro vergleichsweise hoch liegen. Bei einer Expansion nach Deutschland könnte ein Preis von circa neun Euro pro Gericht allerdings viele mögliche Kunden abschrecken, auch wenn man eher auf zahlungskräftigere User setzt. Festhalten lässt sich aber, dass Everdine den Zeitgeist trifft. Das Konzept des „Clean Eating“, verbunden mit einer zeitsparenden Zubereitung, ist gerade für den gestressten Großstädter ideal. Vielleicht hat Rocket ja diesmal einen Volltreffer im Bereich der Food Startups gelandet?

Informationen zum Autor

Hannes Jarisch

Hannes ist Redakteur bei Startstories. Seine Brötchen verdient er als Online Entrepreneur und Blogger. Er besitzt einen Master in BWL und einen Bachelor in Politikwissenschaft.

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