Interview mit Christian Häfner, Geschäftsführer von FastBill

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Christian Häfner von FastBill im Interview mit Christoph David Schneider | Quelle: DieDreiBeiden

Auf der Innovate!Convention 2014 in Osnabrück konnten wir den Geschäftsführer von FastBill kennenlernen und haben ein Interview über FastBill geführt. FastBill ist eine webbasierte Lösung im Bereich der digitalen Abrechnung von Dienstleistungen und Produkten kleiner Unternehmen. Features wie die Verwaltung von Angeboten, Rechnungen, Kunden und Produkten bis hin zur Zeiterfassung und Liquiditätsübersicht werden geboten.

Wer bist du und was sind deine Aufgaben bei FastBill?

Hi, ich bin Christian und bei FastBill verantwortlich für Marketing, Sales und PR, also alles, was Sichtbarkeit erzeugt und zu mehr Wachstum verhilft. Man könnte auch CMO dazu sagen.

Seit wann gibt es FastBill und wie seid ihr auf die Idee gekommen?

FastBill gibt es schon seit 2007. Damals wurde die Idee geboren und in einer ersten Version als Nebenprojekt gegründet und aufgebaut. Da das Gründerteam aus dem Agentur- und Hostingumfeld stammte, standen regelmäßige, wiederkehrende Aufgaben rund um Rechnungsstellung auf der Tagesordnung, die Zeit und Aufwand kosteten. Die Idee von FastBill war, diese wiederkehrenden Aufgaben zu automatisieren und zu vereinfachen um so mehr Fokus auf das Kerngeschäft legen zu können.
Seit 2011 haben wir jedoch erst so richtig Fahrt aufgenommen. Seitdem arbeiten wir in Vollzeit und mit einem stetig wachsenden Team an FastBill und der weiteren Entwicklung. Seitdem wächst FastBill konstant und hat sich mittlerweile mit über 10 Mitarbeitern zum führenden SaaS-Buchhaltungstool in Deutschland entwickelt.

Welches waren die größten Schwierigkeiten bei der Gründung von FastBill? Wie habt ihr euch finanziert?

FastBill wurde aus privaten Mitteln finanziert, ohne Business Angels oder Venture Capital. Eine bewusste Entscheidung, die Vorteile und Nachteile mit sich bringt. Eine der größten Herausforderungen zu Beginn war, die wenigen verfügbaren Mittel richtig – also in Sinne von weiterem Wachstum – einzusetzen. Statt mit der Gießkanne große Adwords Kampagnen zu finanzieren, haben wir uns z.B. mit außergewöhnlichen Ideen wie unserer Startup Tour 2011 einen echten Vorsprung verschafft. Nur ein Beispiel, welches zeigt, wie wir unsere Ressourcen eingesetzt haben. Natürlich ist ein VC-finanziertes Wachstum immer schneller als ein organisches, aber es fühlt sich gut und gesund an aus eigenen Mitteln aufzaubauen, und alle Entscheidungen werden vom Management getroffen und sind nicht von Investoreninteressen beeinflusst.

Welche Zielgruppe spricht FastBill an?

Mittlerweile haben wir zwei Zielgruppen, die wir ansprechen. Zum einen ist FastBill ein einfaches Buchhaltungs-Tool für kleine Unternehmen. Vom klassischen Freelancer bis zur Agentur, vom Handwerker zum Startup, vereinfachen wir den täglichen Papierkram rund um Rechnungen, Angeboten, Belege, Finanzen und Steuerberater.
Auf der anderen Seite haben wir seit Sommer 2013 mit FastBill Automatic ein neues Tool im Portfolio. Die Zielgruppe sind wachsende, skalierbare Unternehmen, die einen Bedarf haben Abrechnungsprozesse zu automatisieren. Dazu zählen SaaS-Angebote wie FastBill selbst, aber auch Abo-Box Anbieter wie Wummelkiste oder Glossybox bis hin zu Affiliate- und Provisions-Modellen wie stylight.de. Wir vermarkten also aktuell zwei unterschiedliche Lösungen in 2 verschiedenen Zielgruppen mit nur geringer Schnittmenge.

Wie funktioniert FastBill? Kannst du ein Beispiel geben?

Klar. Zum Beispiel erstellt man mit FastBill einem Kunden ein Angebot für eine Leistung, z.B. einen Werbebanner für 30 Tage auf Startstories. Mit wenigen Klicks ist das Dokument erstellt und kann per Post oder E-Mail dem Kunden zugestellt werden. Nimmt er es an, kann aus dem Angebot direkt eine Rechnung erzeugt werden, natürlich mit eigener Vorlage. Sobald der Kunde die Rechnung bezahlt (auch online z.B. via PayPal), wird auch die Zahlung erfasst. In einem Finanzreport bleibt sichtbar, welche Einnahmen erzeugt wurden, wie viele davon bezahlt wurden und welche noch offen sind.
Genau so einfach lassen sich auch Ausgaben mit FastBill erfassen und verwalten. Entweder per Scan-App, Upload oder E-Mail Weiterleitung landen die Belege in der FastBill Inbox und können von hier archiviert werden. So bleibt die Liquidität im Überblick und alle Daten stehen für den Steuerberater zur Verfügung. Per Knopfdruck bekommt dieser alles im Monatsreport zugeschickt. Übrigens haben wir auch einen Youtube Channel, in dem alle Funktionen in kurzen Video Tutorials erklärt werden.

In welchen Ländern kann man FastBill bisher nutzen?

Eigentlich schon weltweit. FastBill ist in Deutsch und in Englisch verfügbar. Teilweise haben Länder jedoch spezielle fachliche Anforderungen, die wir zunächst erfüllen müssen. Zum Beispiel müssen in Brasilien alle Rechnungen zunächst an das Finanzamt übermittelt werden, bevor diese an den Kunden verschickt werden dürfen. In der Vermarktung von FastBill beschränken wir uns derzeit allerdings lediglich auf den deutschsprachigen Markt, also Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Kann ich FastBill ausschliesslich auf dem Computer nutzen oder gibt es eine App?

FastBill ist eine “Sofware as a Service” (SaaS). Das bedeutet, dass die Software ausschliesslich über den Interbrowser bedient wird. Somit kann man sich bei einem beliebigen Computer einloggen und drauf los arbeiten. Egal ob vom eigenen PC oder im Internet Cafe im Urlaub.
Dank Responsive Design passt sich die Überfläche an verschiedene Bildschirmgrößen an, sodass man z.B. auch prima auf einem iPad arbeiten kann. Eine native Version für z.B. iOS oder Android ist geplant, aber aktuell noch nicht verfügbar. Die Scan-App für die Belegerfassung ist eine Kooperation mit unserem Partner Finarx GmbH in Darmstadt.

Was ist FastBill Automatic und für wen eignet sich das?

Wie schon oben beschrieben ist FastBill Automatic eine Lösung zur Automatisierung von Abrechnungsprozessen. Dazu zählen üblicherweise die Verwaltung von Kunden und Abos (Verträgen), die Abwicklung und der Einzug von Zahlungen bis hin zur Rechnungsstellung. Über Checkout-Formulare oder per API lässt sich das Tool einfach und mit wenigen Handgriffen in jede Lösung integrieren.

Was sind die Unterschiede zwischen FastBill und FastBill Automatic?

FastBill ist ein Buchhaltungstool, verwaltet also Einnahmen und Ausgaben. Hier geht es nur bedingt um Automatisierung, da jedes Angebot und jede Rechnung meist unterschiedlich ist.
Hauptziel bei FastBill Automatic hingegen ist die Automatisierung eines wiederkehrenden Ablaufs in skalierenden Geschäftsmodellen. Das heißt die verkauften Produkte sind in der Regel immer gleich, z.B. Fitnessstudio-Beiträge, Telefonverträge oder sonstige Abos.

Sicherheit spielt eine große Rolle. Welche Sicherheitsmaßnahmen gibt es bei FastBill um die Daten zu schützen.

Eine berechtigte Frage. Wir arbeiten in Deutschland und erfüllen neben modernen Sicherheitsstandards wie z.B. einer 256 Bit SSL Verschlüsselung im Browser auch Rechtsstandards, welche für eine Rechnungsstellung und –archivierung z.B. nach HGB, GoBS und GdPDU gefordert werden. Dazu läuft FastBill auf eigenen Servern in einem Rechenzentrum in Frankfurt. Das heißt wir haben die Kapazitäten nicht bei Amazon und Co. angemietet, sondern betreiben eigene Server, bei denen wir genau wissen was darauf passiert und wer Zugriff hat. Alle 10 Minuten findet hier ein Backup aller Dokumente statt! Da wir mit sensiblen Daten arbeiten wollen wir hier keine halben Sachen machen.

Was kostet FastBill? Kann man es kostenlos testen?

Die Preisstruktur ist einfach, so wie FastBill selbst. Es gibt einen 30-tägigen unverbindlichen und kostenlosen Testzeitraum. Danach kann man bereits für 5 € monatlich (netto) unendlich viele Belege, Rechnungen und Kunden erstellen. Ein paar Premium Funktionen und mehr Benutzerzugänge gibt es dann im Plus-Tarif für 19 € monatlich. Noch mehr Nutzer gibt es im Plus 10 Tarif für 49 € monatlich.
Die Struktur bei FastBill Automatic ist noch einfacher. Hier kostet die Nutzung 49 € monatlich zzgl. 1,25 % pro Transaktion, die über das System abgwickelt wird.

Was können wir in der Zukunft von euch erwarten?

Ich selbst bin großer Freund davon unnötig komplizierte Dinge zu vereinfachen. Mit FastBill verfolgen wir die Vision, diese Aufgaben für alle Buchhaltungs- und Abrechnungsprozesse zu erledigen. Wir möchten, dass jedes Unternehmen mit vollem Fokus an seinem Kerngeschäft arbeiten kann.

Wie geht es mit FastBill Automatic weiter?

Wir haben mit FastBill Automatic bereits voll Fahrt aufgenommen und werden weiter daran arbeiten die Nr. 1 in Deutschland und weiteren Ländern für automatisierte Abrechnungsabwicklung zu werden, bzw. zu bleiben.

SaaS

Informationen zum Autor

Christoph David Schneider

Christoph David Schneider

Christoph ist Gründer vom Onlinemagazin Startstories. Zurzeit studiert er Business Information Management (B.Sc.) an der Hochschule Osnabrück.

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