Interview mit Karoline Bader, Gründerin von Parkpocket

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Die Geschwister Stefan und Caroline Bader sind die Gründer von ParkPocket.

Sie sind jung, dynamisch, irgendwie anziehend. Sie sind kreativ und selbstbewusst. Die Rede ist von Startups. Startstories hat auf der CeBIT den vielversprechendsten hinter den Werbestand geschaut. Dabei ist besonders ein Startup aufgefallen, das eben sich nur scheinbar mit den obigen Schlagwörtern identifizieren wird. Während ihre Nachbarn versuchen, mit schrillen Hüten oder blinkenden Lichtern auf sich aufmerksam zu machen, steht uns Karoline Bader mit einer in sich ruhenden, allzu professionellen Haltung  gegenüber. Sie weiß, wovon sie redet: Ihrem zweijährigen Unternehmen Parkpocket, einem Startup der Gruppe Wayra von Téléfonica Deutschland, das hier in der CODE_n Halle es zu präsentieren gilt.

Hallo Frau Bader, die von ihnen und ihrem Bruder gegründete App Parkpocket möchte den Autofahrer ein angenehmes Parken bescheren. Wie funktioniert ihr Konzept?

K. Bader: Unser Konzept ist denkbar einfach. Mit unserer kostenlosen App zeigen wir Autofahrern in Echtzeit, wo sie parken können und was es sie tatsächlich kostet in den einzelnen Parkhäusern. Zudem liefern wir zuverlässig die Daten anderer Features wie Öffnungszeiten, Frauen- und Behindertenparkplätzen und sogar Elektroladestationen. Wenn der Fahrer sich dann die unterschiedlichsten Parkhäuser gemäß Vakanz und Preisstruktur angeguckt hat, kann er die für sich präferierte Wahl treffen und wird direkt über unsere Lokalisierungsfunktion mit GoogleMaps dort hin navigiert. Dabei gibt es als Zweitvariante neben der Karten auch die Listenfunktion, die sofort nach der Distanz schaut. Jenes ist vor allen Dingen für die Leute interessant, denen convenience wichtiger als der Preis ist.

Neben der Konkurrenz Parkopedia möchte Parktpocket zuverlässigere Inhalte geben. Wie kann die Lokalisierung der freien Parkplätze optimal gewährleistet werden?

K. Bader: Die Informationen über Vakanz sind deshalb so genau, weil sie direkt von der Quelle stammen. Wir kooperieren dafür mit den jeweiligen Städten und Kommunen. Derzeit liefern wir in Deutschland 49 dynamische, sich aktualisierende Daten und 79 statische, d.h. Daten ohne Vakanz. Im April werden wir dann Deutschlandweit mit den statischen Daten durch sein. Aufgrund dessen haben wir auch schon mit Österreich und der Schweiz angefangen. Die dynamischen Daten dazu sind uns ebenfalls schon vorhanden, wir veröffentlichen das Land jedoch als eines.

Laut Parkpocket lokalisiert die App in jeder größteren Stadt minimal 75% der öffentlich zugänglichen Parkplätze, maximal sogar schon 100%, wie jenes der Fall in Berlin, München und Hamburg ist. Wofür?

K. Bader: Wir wollen Preistransparenz schaffen und verhindern, dass der Fahrer erst an der Schranke erfährt, ob ein Parkplatz leer ist und was er kostet. Der User profitiert von unserer Lösung ebenso wie der Parkhausbetreiber, da Parkplätze mit sicheren Vakanzen tatsächlich mehr angefahren werden.

Das Konzept klingt so einfach, und doch nach einem unvorstellbar großen Datenaufwand, zumal die App kostenlos ist. Wie finanziert ihr euch?

K. Bader: Dadurch, dass wir ein nicht nur für unsere Intentionen ein hilfreiches Datenökosystem aufgebaut haben und auch verschiedene Anbieter gerne mit uns kooperieren. Die App spielt da nur eine kleine Rolle. Nur wir können derzeit durch die Kopplung von statischen mit dynamischen Daten die von Ihnen angesprochenen big data in small data transformieren, die in unsere Datenbank eingespeist sind. Deshalb haben wir mit Parkpocket die integrierbare Lösung für digitale Geräte geschaffen wie etwa für Services im Auto und connected car Lösungen. Geld verdienen wir so über eine monatliche Lizenzgebühr oder das Revenue-Share-Modell.

Sind das die Innovationen, die wir als User erwarten können? Oder können wir auch demnächst mit unserem Handy das Parkhaus bezahlen?

K. Bader: Das Lizenzmodell mit dem Mix aus dynamisch und statisch ist unser USP mit dem wir Transpararenz gemäß Vakanz und Preisstrukturen schaffen. Natürlich möchten wir aber auch gerne mit unserer User Community in Kontakt bleiben. Dazu haben wir ein sogenanntes Crowd- Reporting Tool eingerichtet, mit dem Nutzer uns fehlerhafte Informationen mitteilen können. Simultan arbeiten wir grade an neuen Features, um den gesamten Parkprozess  zu optimieren. Allzu viel kann ich da noch nicht verraten, aber ich kann sagen, dass wir unsere Innovationspipeline gefüllt haben, aktive Expansionen mit transaktionalem Datenaustausch in andere europäische Länder planen und durch unseren Partner Téléfonica Deutschland gut gestützt schon organisch weiter wachsen werden.

Übrigens: Bei unserem kurzen Versuch in Hannover funktionierte die App tadellos. Zu schade, dass sie uns nicht auch noch beim Einparken des Autos hilft. Aber wir bleiben gespannt: Vielleicht wird es so etwas ja, zumindest für die Frauen, in den neuen Features geben. In diesem Sinne: Vielen Dank, Karoline Bader!

Informationen zum Autor

Vanessa Opladen

Vanessa ist Redakteurin bei Startstories. Zurzeit studiert sie Psychologie an der Universität Osnabrück.

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