Interview mit Quizduell-Gründer Henrik Willstedt

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„Wir hatten am Anfang überhaupt keine Ahnung, dass Quizduell so ein großer Erfolg werden würde.“ Im Interview erzählt uns Henrik Willstedt, einer der Gründer der beliebten Quizduell-App, wie alles mit einer Idee in einer WG anfing und wie die Zahlen und Fakten hinter den Kulissen aussehen. Wir haben das Interview auf Englisch geführt und für euch auf Deutsch übersetzt.

Mit wem hast du Quizduell gegründet und wie seit Ihr auf die Idee von Quizduell gekommen?

Die Idee für Quizduell entstand in 2011. Mein Bruder Robert und ich haben uns eine Wohnung in Stockholm geteilt, und wir brauchten eine coole Idee für ein neues Spiel. Wir hatten schon vorher ein paar Spiele entwickelt, die aber nie wirklich erfolgreich waren. Also hab ich Robert gesagt, dass ich ins Schlafzimmer gehe und nicht eher wiederkomme bis ich eine Idee für ein neues Game habe: 15 Minuten später war die erste Version von Quizduell geboren. In der gleichen Nacht haben wir angefangen an dem Projekt zu arbeiten, und unsere Mitgründer Olle und Kalle Landin haben mit dem Programmieren und der Entwicklung der App begonnen.

Wie groß ist das Team (Anfänge/Jetzt) und wie habt Ihr euch finanziert?

Unser Team wächst zur Zeit ziemlich schnell, und ich glaube wir sind momentan ungefähr 15-20 Leute, die im Büro in Stockholm arbeiten. Die größte Veränderung ist wohl, dass unser Team wesentlich größer ist als noch vor ein paar Jahren. Mit mehr Mitarbeitern wächst natürlich die Verantwortung. Für uns alle ist es eine aufregende Zeit ein Teil von einem so neuen und erfolgreichen Unternehmen wie FEO Media zu sein.

Das einzige Geld, das wir hatten, hatten wir von früheren Jobs gespart. Robert und Kalle waren die ersten, die am Anfang Vollzeit gearbeitet haben. Damals reichte unser Geld, um für einen Monat über die Runden zu kommen. Wir haben uns komplett selbst finanziert und haben keine Investoren und kein Venture-Capital. Wir haben einige Anfragen bekommen, aber es ist uns wichtig unabhängig zu sein.

War es erst nur für Freunde gedacht oder schon für die Welt?

Wir hatten am Anfang überhaupt keine Ahnung, dass Quizduell so ein großer Erfolg werden würde. Als wir zum ersten Mal im August 2012 unter den Top Apps in Schweden waren, wurde uns bewusst, dass wir international ausweiten mussten. Wir haben dann einen Deutschen eingestellt, Alexander, der anfangen sollte eine deutsche Version zu entwickeln. Das war vermutlich einer der besten Schritte, die wir in diesem Unternehmen je gemacht haben, denn Deutschland ist immer noch unser größter Markt. Bei weitem.

In welchen Ländern gibt es eine Version von Quizduell und wie sehen die Nutzerzahlen in den einzelnen Ländern aus?

Quizduell kann man in vielen Ländern runterladen. Wir haben ungefähr 26 Millionen Nutzer auf der Welt, aber hauptsächlich in Europa. Die App ist in Deutschland, Italien, Frankreich, Schweden, Norwegen, Dänemark, den Niederlanden, Spanien, Polen, Großbritannien und den USA verfügbar.

Es haben sich bisher rund 20 Millionen Nutzer angemeldet. Wie viele davon haben die kostenpflichtige Premium Version?

Über 26 Millionen um genau zu sein. Die Zahl der Premium-Nutzer kenne ich nicht. Ich weiß nur, dass sie sich von Land zu Land stark unterscheidet.

Hattet ihr ein Anfangs-Kontingent an Fragen? Wie viele Fragen gibt es aktuell für die deutsche Version?

Alexander Kessler hat die Anfangsfragen für die deutsche Version geschrieben, also gibt es diese so nur für Deutschland. Wir nehmen nicht die gleichen Fragen in allen Ländern, weil es ja alles in anderen Sprachen ist. Ich glaube in der deutschen Version gibt es jetzt mehr als 25.000 Fragen. Wir haben zwei Mitarbeiter, die immer die Aktualität der Fragen überprüfen: alte und langweilige werden gelöscht und neue natürlich ins Spiel eingefügt.

Wie viele Fragen werden von euch angenommen? Warum werden manche Fragen nicht angenommen?

Einige hundert pro Tag. Ob wir die Frage annehnen, hängt von der Qualität ab. Wenn die Rechtschreibung, Grammatik oder die Fakten schlecht sind, wird die Frage sofort abgelehnt. Einige Fragen beziehen sich auf die gleichen Themen und dann nehmen wir sie auch nicht an. Eine gute Frage heißt für uns: sie ist kurz, ein bisschen witzig, es geht um eine interessante Thematik, und sie enthält einen witzigen Fakt, an den man sich später erinnern kann.

Wie stark wird die Chat-Funktion der Nutzer angenommen?

Die Chatfunktion wird oft benutzt, und wir haben schon tolle Geschichten über Leute gehört, die ihre Freunde oder Partner über den Quizduellchat gefunden haben. Das ist schön zu hören.

Hast du jemals mit so einem großen Erfolg gerechnet?

Das hätte ich mir nie vorstellen können. Als wir die Nr.1 im AppStore in Deutschland erreicht hatten, hatte ich eine Woche lang ein Grinsen auf dem Gesicht. Das hat uns sehr stolz und glücklich gemacht. Wir wissen außerdem, dass Deutschland einen hohen Bildungsstandard hat, also ist es für uns nicht weiter verwunderlich, dass die Deutschen auf ein Spiel stehen, in dem man sich mit Intelligenz und Allgemeinwissen messen kann.

Ist man selbst das Spiel irgendwann satt? Oder spielt Ihr, also die Entwickler selber auch gerne mal eine Runde zwischendurch?

Ich spiele das Spiel schon gerne ab und zu, aber wenn wir neue Dinge testen ist es nicht so witzig, wenn ich in einer Sprache spiele, die ich nicht kann. [Anm. der Red.: Henrik selbst auf Deutsch:] „Ich habe in der Schule 5 jahre deutsch gelernt und kann dadurch das meiste, was ich lese verstehen. Aber mein Spanisch und mein Holländisch sind nicht so gut.“

Was können wir in der Zukunft von Quizduell erwarten?

In den kommenden Monaten wird es einige aufregende Neuigkeiten geben. Zum einen für das Spiel (neue, coole Features), aber auch neben der App. Das ist alles, was ich soweit sagen kann!

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Informationen zum Autor

Christoph David Schneider

Christoph David Schneider

Christoph ist Gründer vom Onlinemagazin Startstories. Zurzeit studiert er Business Information Management (B.Sc.) an der Hochschule Osnabrück.