Das große Facebook Interview mit Dr. Gunnar Bender

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Christoph David Schneider, Dr. Gunnar Bender und Joris Clement - Portrait

Im großen Exklusivinterview nimmt Dr. Gunnar Bender, Director Policy Facebook Deutschland Stellung zu aktuellen Themen rund um Facebook.

Informationen über Dr. Gunnar Bender:

Dr. Gunnar Bender verantwortet seit April 2012 die politische Kommunikation von Facebook in Deutschland. Zuvor war er für die E-Plus Gruppe als Leiter Unternehmenskommunikation & Politik und Mitglied der Geschäftsleitung in ähnlicher Funktion tätig. Der promovierte Rechtsanwalt sammelte im Rahmen seiner Tätigkeit für Time Warner und AOL Europa sowie zuletzt als Vice President Business Development der Bertelsmann AG langjährige Erfahrungen auf dem politischen Parkett und in der Unternehmenskommunikation. Im letzten Jahr hat Bender zusammen mit seinem Team die Digital Public Affairs Plattform UdLDigital.de erfolgreich aufgebaut.

Was ist ihre Aufgabe bei Facebook?

Ich bin Director Policy bei Facebook und verantworte seit April 2012 die politische Kommunikation von Facebook in Deutschland.

Gibt es eine Konkurrenz zu Facebook?

Social Media ist sicherlich mehr als nur Facebook. Es gibt noch viele andere Kanäle und Plattformen als unsere, aber sicherlich sprechen 1 Milliarde Menschen auf einer Plattform auch für sich. Dies bedeutet für uns Demut und Ansporn zugleich.

Ist Google+ eine Konkurrenz?

Die soziale Komponente – das „Social“ – hat Einzug in alle Bereich der Technik gehalten – das haben wir schon lange prognostiziert. Wie andere Unternehmen entwickelt Google Produkte in diesem Social-Bereich. Wir möchten die Welt offener und vernetzter gestalten. Deshalb konzentrieren wir uns darauf, unsere Plattform zu verbessern und den Menschen noch bessere Tools und Feature zur Verfügung stellen zu können, die sie für wichtig und wertvoll erachten, wenn sie sich mit Menschen verbinden und die Dinge, die ihnen wichtig sind teilen.

Inwiefern wirkt sich Facebook auf das Verhalten und die soziale Kompetenz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus?

Facebook hat in den Alltag der Menschen Einzug gehalten. Dabei besuchen sie die Plattform mobil ohne an Ort und Zeit gebunden zu sein. Das amerikanische Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center hat unter US-amerikanischen Teenagern eine Studie durchgeführt, die dies belegt. Pew hat durch das Internet & American Life Project herausgefunden, dass 70 Prozent der Teenager, die das Internet nutzen gehen täglich online. Sie chatten, schreiben Nachrichten, laden Fotos hoch oder spielen Online-Games. Sie verwenden Social Media auf vielfältige Art und Weise. Sie nutzen die Möglichkeiten für ihre ganz alltägliche Kommunikation und können damit einfacher am Leben von Menschen, die nicht in unmittelbarer Nähe leben, teilhaben. Nichtsdestotrotz ersetzt dies noch nicht den gemeinsamen Kinobesuch und den Café-Besuch mit den besten Freunden.

Wie soll sich Facebook in den nächsten Jahren noch entwickeln?

Eines unserer Mottos ist „This journey is 1% finished“ – das heißt es gibt noch sehr viel unterschiedliches Potential, wie sich Social Media in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird. Ein großes Thema wird dabei in naher Zukunft das Thema mobile sein.

Welche Pläne haben Sie?

Ich persönlich möchte noch mehr über Facebook und unsere Vision aufklären und dabei viele der bestehenden Mythen rund um Facebook aufheben und den Menschen zeigen und erklären, welchen Mehrwert wir auf den unterschiedlichsten Ebenen – sei es auf politisch, wirtschaftlicher oder kultureller Ebene – durch Social Media kreieren können. Insofern sehe ich mich auch als ein Botschafter in Berlin für Social Media und als derjenige der das Thema soziale Medienkompetenz einfordert und die richtigen Menschen miteinander verbindet.

Was ist ihre Meinung zu den so genannten „Facebook Partys“?

Wir bieten den Menschen unterschiedliche Möglichkeiten, um die Dinge, die ihnen wichtig sind zu teilen. Eine dieser Möglichkeiten ist die Veranstaltungsfunktion, die für den Großteil der Facebook- Nutzer ein effektives Tool ist, um sich unkompliziert verabreden zu können – egal ob zum Fußball spielen, zum gemeinsamen Kinobesuch oder auch zur Hochzeit. Andere nutzen die Funktion, um auf ihre Veranstaltungen zu informieren. Wie beispielsweise gemeinnützige Verein, die auf ihren Weihnachtsbasar und die daran verknüpfte Spendenaktion aufmerksam machen. Leider sind einige dieser Veranstaltungen in der Vergangenheit eskaliert. In solchen Fällen arbeiten wir eng mit den relevanten Behörden zusammen, um Eskalation zu verhindern und Menschen zu schützen.

Muss Facebook dagegen etwas tun?

Wir möchten den Menschen, die das Tool als hilfreich und wertvoll erachten, auch weiterhin die Möglichkeit bieten, das Tool zu nutzen. Die Einstellungsmöglichkeiten der Funktion sind umfangreich und deutlich. Die Nutzer haben stets die volle Kontrolle darüber. Es ist beispielsweise möglich, bestimmte Freunde als Administratoren hinzuzufügen, so dass diese noch einige ihrer Freunde einladen, ohne dass die Veranstaltung komplett öffentlich ist. Die Einstellungen an einer Veranstaltung lassen sich jederzeit ändern. Zudem haben wir zusätzliche Hinweise für Minderjährige integriert, falls diese eine öffentliche Veranstaltung erstellen.

Was halten Sie von dem Film „Social Network”?

Gutes Hollywood-Kino. Eine tolle fiktive Geschichte. Macht Spaß zu sehen.

Ist Mark Zuckerberg wirklich so, wie er in dem Film dargestellt wird?

Ich habe gehört, dass die Ausstatter eine gute Auswahl der T-Shirts des Hauptdarstellers getroffen haben.

Wie sind ihre Kontakte zu Mark Zuckerberg?

Zuallererst ist er unser Chef. Mark Zuckerberg hat vor 8 Jahren ein Unternehmen gegründet, mit dem er mithilfe von Technik, die Welt offener und vernetzter gestalten wollte. Um das zu erreichen, hat er nächtelang hindurch Codes programmiert – und diese Vision verfolgt er noch immer.

Was ist der Grund, warum Facebook in den letzten Jahren so populär geworden ist?

Facebook ist beliebt, weil ich dort meine echten Freunde wiederfinde und wir gemeinsam die Möglichkeit haben, über Orte und Grenzen hinweg mit Menschen zu kommunizieren. Wir können mit ihnen die Dinge, die uns wichtig sind, teilen und zugleich neue Dinge entdecken können.

Kritikpunkte an Facebook sind unter anderem, dass man sein Profil und seine Daten nicht löschen kann. Sind hier Änderungen geplant?

Dies ist einer von den Mythen, von denen ich vorhin bereits sprach. Jeder Facebook-Nutzer ist Eigentümer seiner Daten. Dies bedeutet auch, dass jeder Inhalte die er auf Facebook gestellt hat wieder löschen kann.

Weiterführende Links:

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Informationen zum Autor

Christoph David Schneider

Christoph David Schneider

Christoph ist Gründer vom Onlinemagazin Startstories. Zurzeit studiert er Business Information Management (B.Sc.) an der Hochschule Osnabrück.

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